Stixus’s Weblog

April 21, 2008

E-Mail-Nutzung

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Das Bildungsniveau in Deutschland hat einen starken Einfluss auf die Nutzung von E-Mails. Aktuelle Erhebungen des Branchenverbandes BITKOM belegen erneut, dass die digitale Kluft in Deutschland besonders groß ist.
Nur 30 Prozent der Bürger mit Hauptschulabschluss verschicken täglich Mails, während 67 Prozent der Deutschen mit Abitur davon Gebrauch machen. Bei Personen mit Realschulabschluss liegt die Quote bei 46 Prozent.
Schichten mit geringerem Bildungsniveau verfügen deutlich seltener über einen Internetanschluss im eigenen Haushalt.
Die private Nutzung von E-Mails hängt neben dem Bildungsniveau aber auch vom Alter ab. So nutzen in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen täglich fast drei Viertel E-Mails für die private Kommunikation. Bei den 45- bis 59-Jährigen ist es knapp die Hälfte und bei den über 60-Jährigen liegt die E-Mail-Nutzung bei nur noch einem Viertel. Auch in Hinblick auf die Geschlechter gibt es nach wie vor Unterschiede. Während 59 Prozent der Männer täglich Mails verschicken, sind es bei den Frauen nur 43 Prozent.
Laut BITKOM sind die Hersteller in der IT-Branche jedoch daran interessiert, verstärkt günstige und einfach ausgestatte Geräte auf den Markt zu bringen. „So können sich die finanzschwachen Bevölkerungsgruppen die Welt des Internets besser erschließen“, meint BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Darüber hinaus sei die Politik dazu angehalten, Maßnahmen zu ergreifen.
Die IT-Ausstattung in den deutschen Schulen sei derzeit so schlecht wie kaum irgendwo in Europa. IT sollte laut Scheer ebenfalls so selbstverständlich in den Bildungsauftrag integriert werden wie Lesen und Schreiben. „Informatik sollte ein Pflichtfach sein und neue Medien sollten im gesamten Fächerkanon als Lehr- und Lerninstrument standardmäßig Einsatz finden.“

April 20, 2008

Pro7-Kopierschutz…nichts ging mehr…

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Von Freitag bis Samstagabend war es aufgrund eines „versehentlich“ aktivierten Kopierschutzes nicht möglich, das Programm von ProSieben via Festplatten- oder DVD-Recorder aufzunehmen. Inzwischen ist der Kopierschutz wieder deaktiviert. Eine Erklärung von Senderseite steht allerdings noch aus.

Wer sein Fernsehsignal über das analoge Kabelnetz empfängt, hatte von Freitag bis Samstagabend ein Problem, wenn er das Programm des Münchener Fernsehsenders ProSieben aufzeichnen wollte. Ein Kopierschutz verweigerte die Aufnahme auf dem heimischen DVD- oder Festplattenrecorder. Und das bundesweit bei allen großen Kabelnetzbetreibern. Nach div.Berichten sind Kunden von Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW betroffen. Immer neue Fernsehzuschauer berichteten seit Samstagmorgen im Internet von dem Problem.

Soviel ist bislang bekannt: Ausgestrahlt wurde der Kopierschutz via Wide Screen Signaling (WSS) über die vertikale Austastlücke. Über die Austastlücke übertragen die Fernsehsender üblicherweise das eigene Teletext-Angebot und auch die Daten für elektronische Programmführer (EPG) werden auf diesem Wege übertragen. Im Falle von ProSieben auch das zwischenzeitliche Kopierschutzsignal, welches Aufnahmegeräte wie DVD- und Festplattenrecorder an der Aufzeichnung des ProSieben-Programms abhielt. Stattdessen erschien eine Fehlermeldung mit der Botschaft „Der Inhalt ist kopiergeschützt“ bzw. je nach Hersteller mit abweichendem Text.

Auf Nachfrage zeigte sich ProSieben am Samstag zunächst wenig kooperativ. Eine Sprecherin kündigte eine konkrete Stellungnahme nach einer genaueren Analyse des Themas an. Am  Abend war die Aufnahme des ProSieben-Programms dann wieder möglich. Eine Erklärung des Senders steht allerdings noch aus.
Exakt die gleichen Probleme mit der Aufnahme aus dem ProSieben-Programm gab es nämlich schon im vergangenen August bei DVB-T-Nutzern, die ebenfalls beim Versuch, eine Sendung aufzunehmen, nur den Fehlerhinweis erhielten, dass das Programm kopiergeschützt sei. Damals lag der Fehler am Encoder des ProSieben-Signals für die DVB-T-Verbreitung, die deutschlandweit von der Telekom-Tochter T-Systems gesteuert wird.

Eine klare Mehrheit ist gegen Überwachung

Während sich die Bundesregierung den Kopf über das inzwischen leidige Thema Onlinedurchsuchung, heimliche Videoaufzeichnung in Wohnungen, sowie die Verfassungsmäßigkeit eben jener Gesetze zerbrechen muss, zeigt eine Umfrage der EU, dass der Durschnittsbürger gegen die Durchsuchung ist. Die Untersuchung vom Januar 2008 verdeutlicht mehr den je: Die Bürger haben Angst um ihre Grundrechte.

Eine Untersuchung der EU im Januar 2008 hat gezeigt, dass die deutsche Bevölkerung an den elementaren Inhalten des Grundgesetzes, wie beispielsweise dem Fernmeldegeheimnis, festhält. So sind 63 Prozent der befragten Deutschen der Ansicht, das eine Telefonüberwachung nur bei Terrorverdächtigen zulässig sein sollte, 23 Prozent fordern hierzu eine richterliche Anordnung. Zum Thema, inwiefern eine Akzeptanz gegenüber Überwachungsmaßnahmen stattgefunden hat, war das Ergebnis wenig überraschend: diese ist leicht gestiegen. Zeitgleich wurde jedoch gefordert, dass solche Maßnahmen nur gegen Verdächtige gerichtet werden dürfen und einer richterlichen Anordnung bedarf. Interessant ist auch das Gesamtverhältnis der Deutschen zum Umgang mit persönlichen Daten. Ziemlich bis sehr besorgt darüber sind inzwischen 86 Prozent der Bundesbürger. Im Vergleich dazu waren es im Jahre 2003 gerade einmal 58 Prozent.

Der Grundtenor der gesamten Untersuchung ist, dass die Bundesbürger gezielte Ermittlungsmaßnahmen bei konkreten Verdachtsfällen zwar befürworten, eine Überwachung Unverdächtiger bzw. unbeteiligter Dritter aber strikt ablehnen, selbst wenn wenn es im „Kampf gegen den Terrorismus“ notwendig sein sollte.

Umfrage als pdf wird nachgereicht

April 18, 2008

E-Mail-Enthüllung überschattet Irland-Besuch

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Der Irland-Besuch von Bundeskanzlerin Merkel stand ganz im Zeichen des kommenden Referendums über den Vertrag von Lissabon. Während Merkel nicht müde wurde, die Vorzüge des Vertrages für Irland zu preisen, sorgte gleichzeitig ein Artikel der Irish Daily Mail für Aufregung. Der Zeitung war eine E-Mail eines britischen Botschaftsbeamten in Irland an seinen Vorgesetzten zugespielt worden. Darin berichtet der Brite von einem Treffen mit einem ranghohen irischen Regierungsbeamten. Bei diesem Treffen wurde die Strategie der irischen Regierung im Bezug auf das Referendum erläutert.

Die wesentlichen Inhalte:

  • Als Termin des Referendums solle nicht etwa wie angekündigt der 12. Juni 2008 gewählt werden, sondern regierungsintern habe man sich auf den 29. Mai geeinigt. Diese Terminänderung solle allerdings so spät wie möglich bekannt gegeben werden, um dadurch die Vertragsgegner zu überrumpeln und ihre Kampagne zu schwächen.
  • Es wäre zwar günstiger gewesen, das Referendum im Oktober abzuhalten, allerdings fürchte die irische Regierung unter anderen die im zweiten Halbjahr einsetzende EU-Präsidentschaft Frankreichs. Sarkozy wird demzufolge als „völlig unberechenbar“ eingeschätzt. Des weiteren stießen auch Frankreichs Pläne für EU-weite Verteidigungsstrukturen in Irland auf Ablehnung. Hintergrund: Viele Iren wünschen sich eine weitgehende militärische Neutralität ihres Landes.
  • Der Bericht gesteht ein, dass der EU-Vertrag „in weiten Teilen für den Laien unverständlich ist“, und sieht dies als Vorteil: die Mehrheit der Iren werde einfach für den Vorschlag der von ihnen gewählten Politiker stimmen, anstatt den Vertrag im Detail zu lesen. Anmerkung: Die Mehrheit der irischen Parlamentsparteien befürwortet den EU-Vertrag, nur Sinn Fein und Teile der Grünen sind dagegen.
  • Die Rolle der irischen Medien und der EU-Kommission wird gelobt, die sich in der Frage „relativ ruhig“ und „hilfreich“ verhalten hätten. Beide trügen dazu bei, die Kontroverse über den Vertrag und das Referendum in der irischen Öffentlichkeit gering zu halten.

Schon seit langem haben unabhängige Beobachter, wie zum Beispiel EU Observer, festgestellt, dass die Arbeit der EU aus Rücksicht auf das irische Referendum derzeit praktisch stillsteht. In Reaktion auf den Artikel sagte Irlands Premier Bertie Ahern gegenüber der Irish Times, dass die Vorwürfe, dass „Europa vor dem Referendum absichtlich Ankündigungen ändere, jeder Grundlage entbehren“.

Die Authentizität der E-Mail ist nicht überprüfbar: dennoch hat die Meldung eine Debatte in Irland ausgelöst; Sie können den Text im Blog von Open Europe im (englischen) Originaltext nachlesen.

Massives Lohndumping in Deutschland

Gespeichert unter: hunger, meinung, soziales — stixus @ 12:40
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Mehr als ein Viertel aller deutschen Beschäftigten arbeitet für einen Hungerlohn.
Das geht aus einer Länderstudie hervor – in der Deutschland den letzten Platz belegt.
Mehr als 20 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in Deutschland für weniger als zwei Drittel des Durchschnittslohns – und gelten damit als Niedriglohnbeschäftigte. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) hervor. Das Institut hat mit Partnern in fünf europäischen Ländern eine Untersuchung zur Beschäftigung im Niedriglohnsektor durchgeführt.
Waren vor zehn Jahren rund 15 Prozent der Beschäftigten, so arbeiten heute schon 22 Prozent zum Billigtarif. Auch im Vergleich schneidet Deutschland schlecht ab – nirgendwo in Europa liegt die Quote höher. In Großbritannien liegt der Anteil der Geringverdiener an allen Beschäftigten bei 21,7 Prozent, in den Niederlanden bei 17,6 Prozent, in Frankreich bei 11,1 Prozent und in Dänemark sogar nur bei 8,5 Prozent.
„In den vergangenen zehn Jahren hat es somit in Deutschland eine beispiellose Ausdifferenzierung nach unten gegeben.“
Besonders erschreckend: Die hohe Zahl derjenigen, die sich mit absoluten Billigjobs zu Stundenlöhnen von unter fünf Euro begnügen müssen. Das sind inzwischen fast zwei Millionen Arbeitnehmer, knapp ein Drittel der 6,5 Millionen Beschäftigten im Niedriglohnsektor. In den meisten anderen Ländern, so auch im liberalen Großbritannien, sind solche Löhne gesetzlich verboten.
Im Gegensatz zu Deutschland ist es anderswo gelungen, den Niedriglohnsektor einzudämmen. „In allen untersuchten Ländern ist der Anteil der Niedriglöhner nahezu stabil geblieben oder gesunken – nur in Deutschland ist er massiv explodiert“.
Claudia Weinkopf vom IAQ warnt: „Wenn die Politik nicht gegensteuert, kann der Niedriglohnsektor in Deutschland sogar größer werden als in den USA.“ Besonders durch die Hartz-Gesetze sei der Arbeitsmarkt stark dereguliert worden: Leiharbeit wird seitdem massiv gefördert, auch Minijobs, bei denen die Arbeitgeber keine Sozialabgaben leisten müssen, boomen – eine Entwicklung, die auch der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Robert Solow in seinem Vorwort der Studie anprangert: „Ganz offensichtlich stellt sich die Frage, ob diese Institution eine tragfähige Lösung in einer modernen Wirtschaft ist.“

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